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Ebbe und Flut (Gezeiten erklärt)

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Ebbe und Flut (Gezeiten)

Da wo ich her komme sacht man nicht nur „Moin Moin“ zu jeder Tageszeit, sondern erlebt auch Ebbe und Flut. Also sinkende und steigende Wasserstände. Das lässt sich ganz einfach erklären:

Wenn der Mond um die Erde kreist entsteht eine Fliehkraft nach außen. Als wenn ihr ein Gewicht an eine Schnur herumschwingen würdet.

Weiterhin gilt das sich zwei Körper mit einer Masse gegenseitig anziehen. Diese Kraft wirkt der Fliehkraft entgegen und hält den Mond in seiner Umlaufbahn. Auf der Seite der Erde, die sich dem Mond zuwendet, ist die Gravitationskraft vom Mond etwas größer als auf der mondabgewandten Seite.

Dadurch werden die riesigen Wassermengen zum Mond „hingezogen“ und bilden so ein Flutberg und an den anderen Stellen ein Ebbetal. Da sich die Erde auch noch alle 24 Stunden um sich selbst dreht, bewegt sich diese Flut mit. Wir bekommen den Eindruck das Meer würde steigen und sinken.

Auch unsere Sonne wirkt sich auf Ebbe und Flut aus. Aber nur halb so stark. Okay, ganz genau genommen wirken sich alle Himmelskörper auf die Gezeiten aus. Je nach Stellung der Sonne und Erde gibt es noch eine heftige Springflut (in einer Linie) oder Nippflut (Springflut).

Das ist noch nicht alles. Denn der gemeinsame Schwerpunkt von Erde und Mond, das so genannte Baryzentrum, liegt etwas 4000 Kilometer entfernt vom Erdmittelpunkt. Und nicht, wie man vermutet in der Mitte. Denn die Erde ist viel schwerer als der Mond. Durch Rotation um diesen Punkt entsteht eine Fliehkraft nach außen die größer ist als die Anziehungskraft des Mondes. Die Folge: Wir haben auf der mondabgewandten Seite auch einen Flutberg.

Das ganze wiederholt sich dann zweimal alle 24 Stunden und 50 Minuten. Wodurch Ebbe und Flut immer an unterschiedlichen Zeiten auftreten. An der Nordsee kann man übrigens bis zu 2m und an der Ostee nur 30cm Unterschiede in den Wasserständen erwarten. Also vorher informieren, wenn man raus auf die See fahren möchte…