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LOGAN: Wolverine – Was ist Adamantium?

Inhalt

Woooow! Beruhig dich mal, Logan! Oder sollte ich dich lieber Wolverine nennen? Denn unter diesen Namen kennt man dich wohl am besten. Mutanten sind Menschen, die in Marvels X-Men Universum aufgrund einer genetischen Mutation eine besondere Fähigkeit haben.

Die Fähigkeiten von Logan sind erhöhte Regenerationsfähigkeit, die jede Verletzung schneller als normal heilt und seine Alterung verlangsamt. So konnte er auch locker 200 Jahre alt werden und eine Zeitreise überleben. Weiterhin hat er verfeinerte Sinne, verbesserte Ausdauer sowie übermenschliche Stärke und Reflexe.

Sein Name Wolverine ist übrigens an dem Vielfraß angelehnt. Zu einem Tier machen ihn aber vor allem seine Knochenauswüchse die er aus den Händen fahren kann. In einem Experiment sollte er zur kontrollierten Waffe X-24 werden. Dafür wurden seine Knochen mit dem „härtesten“ Metall überzogen – das Adamantium. Blöd nur dass die Mischung aus seinem Temperament, Fähigkeiten und ein verdammt nochmal fast un-zer-störbares Material eine nicht so kluge Idee war. Er bekam zerstörerisch-scharfe Krallen.

Aber was genau ist dieses Adamantium chemich gesehen und wieso kann Logan damit so gut wie alles zerschneiden?

Das Metall Adamantium

Adamantium ist eine hochreine und damit sehr dichte auf Eisen basierende Legierung die künstlich hergestellt wird. Die genaue Zusammensetzung ist nicht bekannt – die Mixtur wird aber auf 815 Grad Celsius erhitzt und in Form gebracht. Nach 8 Minuten ist die Form fest und quasi unzerstörbar. Natürlich gibt es das Metall nicht echt, aber man kann seine Eigenschaften physikalisch erklären. Vor allem seine extreme Härte die selbst mehrere Nukleare Explosionen überstehen könnte.

Stärke von Materialien 

Die Stärke eines Materials hängt im Wesentlichen von der Art der chemischen Bindung ab die zwischen den Atomen im festen Aggregatzustand besteht. Fester Aggregatzustand heißt, dass die kleinsten Teilchen, also Atome, Moleküle oder Ionen) um eine feste Position, einem Gitter, schwingen. Im flüssigen und gasförmigen Zustand wiederrum sind die Teilchen nicht mehr ortsfest und können sich frei bewegen.

Das liegt daran das die Wechselwirkungskräfte der Atome im flüssigen Zustand nicht mehr ausreichen, um die Schwingung und damit Bewegungsenergie der Teilchen auszugleichen. Die Atome „reißen“ sich bei Überschreiten der Schmelztemperatur aus der Gitterstruktur. Deswegen verteilt sich der Stoff auch wenn man ihn nicht in einem Gefäß festhält. Bei noch höherer Temperatur, also im gasförmigen Zustand wird die Bewegungsenergie so hoch das die Teilchen gar nicht mehr zusammengehalten werden können und sich deswegen frei im ganzen Raum bewegen.

Aber uns interessiert das Adamantium im festen Zustand. Also schauen wir da einmal genauer hin. Man unterscheidet zwischen ionischen, metallischen und kovalenten Bindungen:

Ionische Bindung, metallische Bindungen

Bei ionischen Bindungen haben wir abwechselnd positiv geladene Kationen und negativ geladene Anionen die in einem Gitter liegen. Das kommt bei Salzen vor. Metallische Bindungen bestehen aus positiven Metallatomen die im Metallgitter liegen. Im Gegensatz zu den Ionen bewegen sich die Außenelektronen frei herum, als eine Art Elektronengas. Diese frei bewegenden Elektronen können von einem Minus-Pol zu einem Plus-Pol wandern wodurch sie Strom leiten. Außerdem können sie leicht verbogen werden, da sich aufgrund des Freiraums die Metallatome frei anordnen können.

Ob ein Stoff ionisch ist, lässt sich über die Elektronegativitätsdifferenz berechnen. Um es einfach zu sagen: man zieht den einen Elektronegativitäts-Wert (der steht hier) von dem anderen ab. Ist die Zahl größer als 1,7 ist die Bindung ionisch. Ist sie kleiner liegt eine kovalente Bindung vor – die stärkste chemische Bindung. Also umso kleiner, desto stärker. Deswegen ist Wolverine wohl nur Ein Meter Sechzig groß…

Kovalente Bindung 

Kovalente Bindungen sind gerichtete Bindungen die sich ihre äußerten Elektronen quantenmechanisch teilen. Und je nachdem wie Fair die Teilchen geteilt werden liegt eine polare (Zwischen 0,4 und 1,7) oder unpolare kovalente Bindung (<0,4) vor. Um diese Bindung aufzubrechen, ist es erforderlich, die Elektronen aus allen Bindungen zu lösen, die zwischen einem Atom und einen Nachbarn bestehen ­– nicht wie bei Ionen nur einen Teil davon. Was ganz schon viel Energie erfordert. Deswegen sind diese Materialen auch so hart.

Härte wird übrigens in der Einheit Mohshärte angegeben. Diamant ist mit einer Mohshärte von 9 das härteste Material. Ähnlich wird es sich mit der Härte von Adamantium verhalten. Denn es muss auf magische Art und Weise möglich gewesen sein, die elektrischen Eigenschaften normaler Metalle mit den in Diamanten vorkommenden starken kovalenten Bindungen in Adamantium zu vereinen.

Reinheit 

Bei der fast unzerstörbaren Härte von Adamantium spielt auch die Reinheit eine Rolle. Das heißt ohne Stellen am Festkörper wo Atombindungen durch Deformierung aufgebrochen oder geschwächt ist. Man könnte einen Diamanten mit einer solchen unreinen Stelle schon mit wenig Kraft zerbrechen. So konnte auch Magneto in X-Men Erste Entscheidung Emma Frost, den in Diamant gehüllten Körper einen Riss mit Hilfe von Metalstäben zufügen. Und auch Wolverine wäre dazu in der Lage. Also die hochreine chemische Bindung macht dieses Material so unglaublich widerstandsfähig. Aber wie sieht es mit seiner Schnittkraft aus die Logan mehr als nur einmal in den Filmen demonstriert hat?

Woverine’s Klingen

Mit seinen scharfen Klingen schneidet er sich mühelos durch Stahltüren. Das liegt daran das Adamantium eine höhere Härte hat als Stahl. Eine Aufnahme von RLScience zeigt das sich ein härteres Metall Titan (Mohshärte: 6) mit einem weicheren Stahlmesser (Mohshärte: 4) nicht zerschneiden lässt, aber sehr wohl das weichere Indium (Mohshärte: 1,2) – obwohl beides metallisch ähnlich wirkt.  Aber Härte und Schärfe (wow, cool das reimt sich!) allein reichen nicht aus. Es muss eine gewisse Kraft aufgewandt werden um die chemischen Bindungen zu unterbrechen.

Kraft setzt sich aus Masse mal Beschleunigung zusammen. Wolverine selbst wiegt mit Adamantium im Körper 136 Kilogram, was bei einer Körpergröße von 1,60m nicht nur den Body Mass Index auf starker Adipositas führt, sondern auch ein guter Masse Faktor für die Kraft ist. Mit nun genug Beschleunigung können seine Krallen eine gewaltige Kraft bewirken.

Stellen wir uns einfach mal vor Logan läuft wie in dieser Szene aus seinem letzten X-Men Film LOGAN mit seiner Masse auf den Gegner zu und schlägt mit seinen Krallen zu – was für eine Kraft würde auf den Gegner wirken? Aus den Comics weiß ich das er mindestens 35 km/h laufen kann – also ca. 10 m/s. Wenn wir annehmen das die 45cm Klingen 0,5 Sekunden brauchen um in den Körper einzudringen kommen wir so auf eine Kraft von 2720 Newton. Dazu kommt die Kraft seines Schlages. Ein Arm wiegt ca. 9% vom Körpergewicht. Ich nehme an dass das übermenschlich starke Wesen mit einer Geschwindigkeit von 25 m/s rein haut. Vom ersten Körperkontakt bis zum stilstand vergehen 0,1s. Diese Kraft haben wir natürlich pro Arm. Wir kommen so auf 6120 Newton. In der Summe kommen wir auf fast 9000 Newton! Das würde einem Gewicht eines Kleinwagens entsprechen! Unfassbar. Das bei so einer Kraft selbst Stahl den Krallen nach geben ist wohl keine Frage.

 Wolverine vs. Captain America

Aber wie sieht es mit dem Schild von Captain America aus? Immerhin haben wir am Anfang dieses Videos gesehen wie Wolverine kurz davor stand das Schild zerschneiden zu wollen. Da bleibt doch die Frage: kann er das Schild auch zerschneiden?

Erstmal müssen wir wissen woraus das Rundschild besteht. Leider wiedersprechen sich die Comics in diesem Punkt. Sicher ist aber dass das fiktive Element Vibranium verbaut ist. Dieses Element hat die Eigenschaft einen Angriff wirkungslos zu machen. Und zwar absorbiert Vibranium jegliche mechanische Energie wie Schallwellen oder Schläge sodass keinerlei Energie in Deformationsenergie gewandelt wird sondern in eine nicht näher spezifizierte Energie. Vermutlich in elektromagnetische Strahlung damit der Energieerhaltungssatz eingehalten wird. Also: Solange Captain das Schild verwendet, hat Wolverine keine Chance. Auch Angriffe damit sind sehr effektiv gegen Adamantium.

Logan hingegen hat übermenschliche Kraft, Ausdauer und vor allem Heilungskräfte – so das Gegner es schwer haben ihn zu Fall zu bringen. Sobald Captain sein Schild irgendwie verliert, weil zufälligerweise Rasiermesser scharfe Klingen seine Arme abtrennen, war’s das mit Captain America.

Also wer gewinnt nun: Wolverine oder Captain America? Wie gesagt: das kommt drauf an. Beide haben ihre Stärken und Schwächen. Fest steht nur eins: anlegen würde ich mich mit keinem der beiden…